Ganzheitliche Tierarztpraxis Kern

Dr.med.vet Patricia Kern

Das Blutohr (Othämatom)

Das Othämatom ist ein sehr häufiges Problem bei Hunden und Katzen. Die Ohrmuschel besteht bei Hund und Katze aus einem elastischen Knorpel, der von Knorpelhaut überzogen ist. Diese ist mit der äußeren Haut verbunden. Die Gefäßversorgung liegt an der Außenseite der Ohrmuschel, durchdringen den Knorpel und versorgen so die Innenseite.


Durch externes oder selbst zugefügtes Trauma (Kratzen, Schütteln, Reiben - z. B. bei Milbenbefall, Ohrenentzündungen) können Gefäße verletzt werden, es tritt Blut aus und sammelt sich zwischen Knorpel und Haut an der Innenseite der Ohrmuschel an. Diesen Zustand bezeichnet man als Blutohr (Othämatom). Das Ohr erscheint dann auffallend dick und „geschwollen „ bis zu 1,5 cm dick. 


Das Othämatom verursacht durchaus Schmerzen und sollte unbedingt tierärztlich versorgt werden. Die Therapie der Wahl ist nach meiner Erfahrung die chirurgische Fixierung der Haut am Knorpel, nachdem das Blut entfernt wurde, die Wunde von Blutgerinnseln befreit und gut gespült wurde. Mit konservativen Therapien (wiederholen Absaugen und Druckverbänden) habe ich keine guten Erfahrungen gemacht, und am Ende stand dann doch immer die OP. Zeit spielt hier ebenfalls eine Rolle. Je länger der pathologische Zustand bestehen bleibt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit dass das Ohr schön abheilt und desto höher die Wahrscheinlichkeit das sich ein Krüppelohres bildet. 
Ein Krüppelohr ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Durch die Verkrüppelung wird oft der Gehörgang verschmälert bzw. der Eingang etwas verlegt was wiederum zu Gefahr von Ohrenentzündungen führt...ein unguter Kreislauf.

Also, am besten schon gleich ab zum Tierarzt wenn Tiger oder Bello vermehrt am Ohr kratzen.....dann kommt es erst garnicht so weit..  :)

 

Ist Dein Hund ein Angsthase? 

Teil 1 - Geräuschphobien

Das Angstverhalten an sich gehört zum normalen Ausdrucksverhalten des Hundes und dient dem Schutz um Bedrohungen aus dem Weg zu gehen. Doch wenn sich dieser Schutzmechanismus ausklinkt und zum Dauerzustand wird ist dies eine enorme Beeinträchtigung für die Lebensqualität des Tieres und oftmals auch für Seinen Halter. Dieser Zustand ist nicht mehr physiologisch.


Viele Hunde leiden an Angst vor Gewittern und lauten Geräuschen. 

Lärm setzt dann eine enorme Stressreaktion bei den betroffenen Hunden in Gang.


Anzeichen für Angstzustände können sein:

  • Unruhe
  • Fiepsen
  • nervöses Wandern
  • Starkes Hecheln
  • Aufgeregtes Bellen
  • Speicheln
  • Erbrechen
  • Aggressivität 
usw.


    Die Anzeichen einer Angstreaktion werden oft vom Hundehalter nicht richtig gedeutet, da sie auch sehr subtil sein können (zu Beginn). Auf einer Skala von 1-10 wäre eine erhöhte Alarmbereitschaft Stufe 1, der panikartige Fluchtversuch bereits Stufe 10. Dazwischen spielt sich einiges ab. Erkennt der Halter die Anzeichen nicht oder deutet sie anders, wird dementsprechend auch oftmals nicht reagiert.


    Unbehandelt kann eine Geräuschphobie bis zur Verhaltensstörung eskalieren. Die Angst breitet sich auf immer mehr Geräusche aus und wird generalisiert. Auch kleinste Geräusche (ein lauteres Schließen der Türe, ein Zug in weiterer Entfernung, Flugzeuge in 1000en Metern Höhe, vorbeifahrende Autos etc.) können dann Panikattacken auslösen. Es kann sogar passieren, dass andere Ängste noch dazu kommen wie z.B. Trennungsangst. Es ist daher auf jeden Fall empfehlenswert bei übertriebenen Angstreaktionen frühzeitig einzugreifen.


    Die genaue Ursache der Entwicklung von Geräuphobie ist nicht immer klar. 

    Mögliche Ursachen können sein:

    • Aufwachsen in reizarmer Umgebung
    • mangelnde Gewöhnung
    • Übertragung des Verhaltens von Artgenossen
    • unbewusste Fehlreaktionen des Halters
    • unbewusstes „Antrainieren“ durch den Halter
    • Fehlverknüpfungen
    etc.

    Therapieansätze gehen von der langfristigen Verhaltenstherapie wie klassische Gegenkonditionierung über Entspannungstraining bis zur Desensibilisierung. Ein gewisser Aufwand für den Hundehalter bleibt da nicht aus damit das Training den gewünschten Effekt bringt. Zusätzlich kann der Stresslevel durch Phythotherapeutika (pflanzliche Stoffe), Pheromone (Geruchstoffe, die nur der Hund wahrnimmt), Thundershirts etc., gesenkt werden. Die Stressreduktion ist für den Lernprozess im Training von enormer Bedeutung. Ist der Stresslevel zu hoch, ist der Hund gar nicht in der Lage irgendetwas zu lernen.


    Für Beratungen bei übertriebenem Angstverhalten stehe ich in meiner Praxis gerne zur Verfügung.






             Damit der gemeinsame Ausflug wieder Spass macht!